
Aikido
Die Grundlagen des Aikido
„Das Fluidum ist gesammelt,
der Geist beruhigt, und
die Reaktionen
erfolgen unbehindert.“
Das Prinzip der Aikido–Bewegungen basieren auf den Formen der Natur von Kreis, Kugel und Spiralform. Die Techniken der Aikido-Praxis werden anfänglich in ihrer „großen Form“ (Dai) ausgeführt um den Schülern das erkennen und begreifen zu erleichtern. Die Bewegung werden im Laufe des fortschreitenden Könnens kleiner und kürzer ausgeführt. Die Energie des gegnerischen Angriffs wird ins Leere abgeleitet. Der Gegner wird nie als Gegner betrachtet, denn das stimmt den Geist unruhig und beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit. Aikido hat immer zum Ziel einen Angriff zu neutralisieren ohne dem Angreifer in irgendeiner Weise Schaden zuzufügen. Das erst ermöglicht dem Angreifer den Raum über seine Handlung nachzudenken. Diese Aikido-Haltung wird auf das alltägliche Leben übertragen und wer Aikido wirklich verstanden und verinnerlicht hat, wird seine eigenen Fehler nicht mehr verdrängen, sondern ist stets in Bemühung diese aufzulösen indem der erste Schritt zum Frieden für die Menschheit getan wird, die Selbsteinsicht.
Die Techniken von Aikido werden alle in Harmonie mit dem Atem ausgeführt. Vor jeder Bewegung wird tief und sehr zügig eingeatmet um während der Bewegung kontinuierlich ausatmen zu können. Kokyu, die Atmung sichert mit geringem Kraftaufwand eine möglichst große Wirkung auf die Effektivität der Bewegungen zu erzielen.
Aikido beinhaltet die wesentlichen Begriffe von ki, Kokyu und Hara (Seika tanden). Alle entspringen der östlichen Philosophie und Kosmologie. Ki-(Chi) chinesische Philosophie, beschreibt die Ursubstanz, die Urenergie, die das Tao hervorbingt, als Naturgesetz (siehe auch T’ai Chi) Ki, als Lebensatem ernäht und erhält alle Lebewesen. Das Schriftzeichen Ki setzt sich aus den zwei Teilen – &Mac226;Dampf, die feine Substanz’-, als oberer Schriftteil und –&Mac226;Nahrung, Reis’- als unterer Schriftteil zusammen.
Kokyu (jap. Atem) wird als die Atemkraft bezeichnet, die jede Aikido-Bewegung gegleitet. Ein starkes Kokyu zu entwickeln ist eines der wichtigsten Ziele des Aikido. Durch Kokyu wird Ki im Hara (Seika tanden) zentriert. Die Organe werden gleichzeitig gestärk und Gesundheit stets gefördert. Physische und Psychische Kontrolle wird durch Kokyu erlangt, die den Angreifer genau beobachten und schauen lässt. Eine Aikido-Technik ohne korrekte Atmung, ist wie eine Hülle ohne Inhalt.
Hara (seika tanden) ist die Mitte unseres menschlichen Körpers und befindet sich außen gemessen etwa fünf Zentimeter unterhalb des Bauchnabels. Hara wird als der eigentliche Schwerpunkt des Menschen bezeichnet, der durch Methoden wie Aikido, Yoga, T’ai Chi usw. bewusst ausgebildet werden kann. Hara ist das Zentrum aller Aktivitäten. Körperliche und geistige Stabilität ist ein äußeres Kennzeichen des Haras. (Literaturempfehlung Aikido, Adriano Trevisan)